Akte 03
KI-Agenten
KI-Agenten sind Sprachmodelle mit Händen: Tool Calling, MCP, Zugriff auf Mail, Datenbanken und Browser. Damit wird aus einem Textproblem ein Systemproblem.
Was sind KI-Agenten?
KI-Agenten, im Englischen AI Agents oder Agentic AI, sind Sprachmodelle, die nicht nur antworten, sondern handeln: Sie rufen Werkzeuge auf, lesen Mails und Dokumente, fragen Datenbanken ab und führen Code aus, meist über Tool Calling oder das Model Context Protocol. Aus Sicherheitssicht ist ein KI-Agent ein Sprachmodell mit Rechten im System seines Betreibers. Jede Schwäche des Modells, allen voran Prompt Injection, erbt damit diese Rechte.
Warum ist ein Agent gefährlicher als ein Chatbot?
Ein Chatbot, der falsch antwortet, ist ein Ärgernis. Ein Agent, der falsch handelt, ist ein Vorfall. Sobald ein Modell Werkzeuge aufruft, Mails verschickt, Datenbanken abfragt oder Code ausführt, entscheiden seine Ausgaben nicht mehr nur über Text, sondern über Systemzustände.
Wo liegt die Angriffsfläche von KI-Agenten?
Agenten lesen ständig fremde Inhalte: Suchergebnisse, Dokumente, Tickets, Mails. Jeder dieser Kanäle kann Anweisungen eines Angreifers tragen. Dazu kommt das Stellvertreterproblem: Der Agent handelt mit den Rechten seines Betreibers, auch wenn der Auftrag in Wahrheit von einem Angreifer stammt. Wie oft das bereits schiefgeht, zeigt eine Befragung von 418 Sicherheitsfachleuten durch Cloud Security Alliance und Token Security vom Januar 2026: 65 % meldeten binnen zwölf Monaten mindestens einen agentenbezogenen Sicherheitsvorfall.
Wie sichert man KI-Agenten ab?
Die Regeln sind alt, nur ernster geworden: minimale Rechte pro Werkzeug, Sandboxing für Ausführung, Bestätigungspflicht für kritische Aktionen, lückenlose Protokolle. Ein Agent, der alles darf, weil es bequem ist, ist ein Generalschlüssel im Briefkasten.
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